Winterfutter: dornenloser* Feigenkaktus, Opuntia sp.

* botanisch hat der Kaktus keine Stacheln sondern Dornen




Die Ohren, ggfs auch Blüten und Früchte der Feigenkakteen (Opuntien) stellen ein ausgesprochen gut geeignetes Winterfutter für Testudoarten dar. Sie verbinden günstige Nährwerteigenschaften, vor allem einen hohen Kalziumgehalt, mit guter Akzeptanz bei den Tieren und können als allgegenwärtige Neophyten in Marokko fast schon als natürliche Nahrung bezeichnet werden. Zieht man sie im Sommer als große Kübelpflanzen im Freien, sind sie nicht nur eine Zierde des Schildkrötengeheges, sondern bilden große Blattmassen, die in Winter und wildkräuterarmer Übergangszeit als ergiebige Futterquellen dienen können. Hat man sich Opuntien aus dem Süden mitgebracht, haben die leider meist sehr wehrhafte Dornen und noch lästigere, feine Härchen, die sog. Glochiden. Man kann diese Stacheln entweder mit dem Kartoffelschäler ausstechen oder über einer Kerzenflamme abflämmen. Wesentlich besser eignen sich jedoch dornenlose Opuntien, die allenfalls an alten Ohren mal ein paar Glochiden aufweisen.

 

Standort und Pflege:

Sommer: Volle Sonne am Südfenster, ab Mai ins Freie, auch hier ein möglichst sonnigen Standort wählen

Winter: Wie andere Kübelpflanzen, sehr hell, kühl, frostfrei, spärlich bis gar nicht gießen. Ist kein kaltes aber frostfreies Winterquartier vorhanden, können die Kakteen notfalls auch am hellen Wohnzimmerfenster überwintern, dann muß etwas gegossen werden, sonst verschrumpelt die Pflanze.

Substrat: Kommerzielle Kaktuserde / Blumenerde-Sandgemisch (3 :1) / Kompost-Sandgemisch, kann nach dem Anwurzeln ruhig nahrhaft sein. Ich mische außerdem noch einige Handvoll Hornspäne und vor allem Calciumcarbonat unter. Großpackungen gibts billig als Düngekalk im Baumarkt, kleine Packungen als CalciGround im Terrarienhandel.

Pflege: In der Wachstumsperiode ein- bis zweimal pro Woche gießen, im heißen Sommer im Freiland täglich und durchdringend! Die Kakteen ab Mai wöchentlich mit einem gutem, flüssigen Kaktus- oder Tomatendünger versorgen, ab Ende August Düngen wieder einstellen. Die nährstoffhungrigen Kakteen können so im Sommer ausreichend Blattmasse bilden und dennoch ab Januar als Futterpflanzen verwendet werden. Bei sehr langen, kühlen Regenperioden Kakteen im Freien etwas vor Nässe schützen.

Bewurzeln: Frisch abgedrehte Ohren 1-2 Tage antrocknen lassen (nicht zulange, dieser Kaktus trocknet wegen seiner flachen Ohren schnell aus), zu einem Drittel/Hälfte in in mäßig feuchte Erde stecken, andrücken. Am Anfang 2-3 Wochen in den Schatten stellen stellen und auch nicht zu stark gießen, aber auch nicht komplett austrocknen lassen. Normalerweise bewurzelt dieser Kaktus sehr leicht. Zu kalt sollte es dazu natürlich nicht sein. Frische Stecklinge im Herbst am besten am sonnigen Wohnzimmerfenster unterbringen, warm überwintern und zum Start der neuen Freilandsaison in großen Container (5-8 l) umpflanzen. Gut gedüngt und gegossen wächst er sehr schnell, ziemlich schlaksig und fällt dann leicht um...

Verfütterung: Vor dem Verfüttern auch dornenlose Opuntien zur Vorsicht unbedingt mit einem Küchentuch abreiben, um evtl. doch vorhandene Glochiden zu entfernen. Anschließend können die Ohren entweder am Stück verfüttert werden oder grob auf einer Genmüsereibe geraspelt und mit angefeuchteten Heupellets als Brei angeboten werden. Sollten ganze Ohren nicht gleich akzeptiert werden, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert den Tieren Opuntien anfänglich als gerieben Brei schmackhaft zu machen.




Weblinks:

http://www.opuntien.de/
http://www.turtlestuff.com/opuntia.html
http://www.turtlestuff.com/growingcactus.html


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