Wachstum von Jungtieren

 

Abb. 1, Wachstum von 13 jungen Maurischen Landschildkröten aus 3 Gelegen unter zwei Fütterungsregimen im Vergleich zum Wachstum im Habitat


1. Selbstversorgung (Freigehege ca. 6 m² mit Beckmann Frühbeet, mit folgenden Wildkräutern bewachsen: Löwenzahn, Mittelwegerich, Gartenschaumkraut, Malve, Taubnessel, Wilde Stiefmütterchen, Fadenhirse, Ferkelkraut, Wegwarte)
2. Fütterung im Zweitagesrythmus* (ebenfalls Wildkräuter, aber sowohl knappere als auch abwechslungs- bzw. ballaststoffreichere Fütterung möglich)
3. Extremwerte von Wildtieren derselben Unterart im Habitat
(Graphik erstellt nach Literaturangaben, Znari 2005)

 

* Fütterung im Zweitagesrythmus: Freigehege und Frühbeet sind zur Struktur und Schattenbildung zwar ebenfalls bepflanzt, aber mit Pflanzen, die üblicherweise nicht gefressen werden (z.B. Minze, Lavendel, Rosmarin, Gräser, Gundelrebe etc.). Futterpflanzen bzw. Heu werden jeden zweiten Tag im Gehege verstreut. Die Menge wird bewußt größer gewählt als die Tiere an einem Tag fressen können, damit sich ggfs auch schwächere Tiere wirklich satt fressen können. Der Überschuss wird abends entfernt, am nächsten Tag wird kein Futter gereicht. Wasser und Kalk stehen ständig zur freien Verfügung. Gelegentlich können die Tiere dabei beobachtet werden, daß sie an futterfreien Tagen die Spitzen der Gräser beknabbern, was sie bei Anwesenheit von Kräutern überhaupt nicht machen. Daß jedoch kein "Kompensationsfressen" für futterfreie Tage stattfindet, wie gelegentlich behauptet, sieht man an der obigen Wachstumsgraphik.

Abb 2, im Zweitagesrythmus gefütterte Jungtiere im Alter von 2 Jahren
Diese Jungtiere sind langsam gewachsen und weisen den natürlich glatten, hochrückigen Wuchs ihrer Art auf.


Mit dieser Fütterungsmethode erreiche ich aber nicht nur ein langsames Wachstum, das sich gerade noch im natürlichen Rahmen bewegt. Diese Fütterungspraktik hat auch noch weitere Vorteile:

 

 

Znari M.; Germano, D J.; Macé, J-C, (2005): Growth and population structure of the Moorish tortoise (Testudo graeca graeca) in West Central Morocco: possible effects of over-collecting for the tourist trade. - Journal of arid environments [Kidlington] Vol. 62.1/2005. pp. 55-74



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