Arganienwald und Souss-Tal

von Olivier Filippi

 

Szenenwechsel in die lebhafte Betriebsamkeit der Dörfer des Souss-Tales. Dieses lange Tal trennt den hohen Atlas mit seinen verschneiten Gipfeln vom Anti-Atlas, der weiter im deutlich trockeneren Süden liegt.

 

Im Souss-Tal wächst ein geheimnisvoller Baum, Argania spinosa, ein Überlebender des Tertiärs. Er bildet natürlicherweise karge Wälder, damit jeder einzelne Baum genügend Platz findet, das leistungsstarke Wurzelsystem zu entwickeln, das ihm erlaubt, die wenige im Boden verfügbare Feuchtigkeit aufzusaugen.

 

Die Arganie wächst oft in Gesellschaft von Euphorbia echinus in einer charakteristischen ariden Landschaft. Bei lang anhaltender Trockenheit verliert die Arganie ihre Blätter und stellt das Wachstum ein. Sie kann so mehrere Monate oder sogar Jahre ausharren, bereit beim ersten Regen wieder auszutreiben.

 

Euphorbia echinus hat ein sehr langsames Wachstum. Diese kleine, schon mehrere Jahre alte Pflanze versenkt ihre Wurzeln so tief wie möglich in die Risse des Felsens.

 

Jahre später scheint der Felsen völlig durch den perfekten Igel verschlungen zu sein, den die ausgewachsene Euphorbie bildet.

Achtung, das sticht! Hütet euch, ihr Schafe, Ziegen und anderen Räuber!

Das Klima des sich zum Meer hin öffnenden Souss-Tales ist weniger trocken, denn es profitiert von den häufigen ozeanischen Nebeln. Hier ist blühende Euphorbia dendroides zu sehen. Sie kann Büsche von mehr als 1,50 m bilden. Um der sommerlichen Trockenheit zu widerstehen, verliert auch die baumartige Euphorbie ihre Blätter und zeigt schon gegen Ende des Frühlings zarte "Herbsttöne" .

 

Nutzungsmöglichkeiten für die Arganie gibt es viele. Ihr Hartholz gibt einen erstklassigen Brennstoff ab, weswegen man sie den "Eisenbaum" nennt. Ihr Laub nährt Kamele und Ziegen, deshalb auch " Ziegen-Baum" genannt. Ihre harten Früchte enthalten eine Mandel, die ein seltenes und begehrtes Öl abgibt, noch sehr viel beliebter als Olivenöl.

 

Argannüsse trocknen in der Sonne. Traditionell sind es Frauen, die geduldig Argannüsse zwischen zwei Kieseln zerklopfen, um an die Mandeln zu kommen. Man braucht etwa 30 kg Argannüsse für ein Kilo Mandeln.

 

 

Die industrielle Produktion von Arganöl ist gering. Jede Familie presst das Öl für ihren eigenen Verbrauch mit kleinen Handmühlsteinen.

 

In Recycle-Flaschen von Coca-Cola verkauft, hat Arganöl eine schöne orangene Farbe und einen köstlichen Haselnussgeschmack. Der Vorrat Öl, den wir uns mitgebracht haben, schwindet schnell; ein Grund mehr, bald wieder nach Marokko zu kommen...

 

 

 

 

Anti-Atlas



GraecaHome | T.g.g. | Fotos | Haltungsinfo | Freilandterrarium | Zucht| Zucht (Fotos) | Zucht (Naturbrut) | Nährwerttabelle | Artenschutz | Marokko-Impressionen | FAQ's | Links