FAQ's

1. Nährwert



1.1. "Welche Angabe ist besser, Trockenmasse oder Frischgewicht?"

Beide Angaben haben ihre Berechtigung, je nachdem was man zeigen/wissen will.

Es macht hingegen keinen Unterschied im Proteingehalt (oder bei den anderen Nährwerten), ob man die Kräuter in frischem oder in getrocknetem Zustand verfüttert.


1.2. "Was hat mehr Eiweiß, Gemüse oder Wildkräuter?"

Die beiden folgenden Rankinglisten geben einmal Löwenzahn als die proteinreichere Pflanze an und das andere Mal Kopfsalat. Da Wasser aber weitgehend ausgeschieden wird, kommt es vor allem auf die relativen Anteile der einzelnen Komponenten in der Nahrung untereinander an. Daraus folgt, Löwenzahn ist die proteinärmere Pflanze und enthält auch weniger Zucker als Kopfsalat.


  Eiweiß Zucker
1. Löwenzahn
2,7 3,9
2. Kopfsalat
1,4 3,5

Tab. 2: Prozent vom Frischgewicht



  Eiweiß Zucker
1. Kopfsalat
27,6 44,9
2. Löwenzahn
18,8 26,7

Tab. 3: Prozent i. d. Trockenmasse

 

1.3. "Soll ich immer nur ausgereifte Blätter füttern?

Im Habitat bekommen Schildkröten durch den natürlichen Jahresverlauf der Vegetation zu ihrer Hauptaktivitätszeit im Frühjahr auch das nährstoffreichste Futter, denn junge Pflanzen und frische Blätter sind deutlich eiweißreicher und ballaststoffärmer als ältere, ausgereifte (s. Tabelle). Wenn die Pflanze blüht und fruchtet, wird die Energie, insbesondere auf kargen Böden, fast ausschließlich für die Samenbildung verbraucht und das Blattwachstum kommt zum Erliegen. Ganz abgesehen davon erreichen Schildkröten im Sommer aufgrund ihrer Körpergröße ohnehin nur die unteren und damit älteren Blätter von größer werdenen Futterpflanzen. Diesen Zyklus sollten wir auch in Gefangenschaft nachvollziehen und den Tieren im Sommer ausschließlich Blüten und die härteren Blätter zu fressen geben und nicht nur die in unserem Klima zu allen Jahreszeit zur Verfügung stehenden saftigen, jüngeren Blätter und Pflanzen.

Reifegrad Protein
Unreif 20 - 28
frühe Blütezeit 18 - 24
mittl. Blütezeit 16 - 22
späte Blütezeit 14 - 18
Reif 10 - 14

Tab. 4 Proteingehalt (% i.d.Tr.) von Luzerne (Medicago sativa) in Abhängigkeit vom Reifegrad,
Quelle: University of Nebraska



1.4. "Ist die Angabe, die ich gefunden habe, nun vom Frischgewicht oder von der Trockenmasse? Steht nix dabei..."

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Beim Trockengewicht werden immer Prozente angegeben (Angaben pro 100 g Trockenmasse sind nicht direkt falsch, aber ziemlich unsinnig). Die Frischgewichtangabe wird dagegen normalerweise in Gramm pro 100 g Pflanzengewicht gemacht. Steht ein Wert für Wasser oder Trockenmasse dabei, beziehen sich die Angaben auf das Frischgewicht. Das gilt auch für Heu oder Pellets!!!

Gelegentlich sind aber auch Prozente vom Frischgewicht zu finden (z.B. die Angaben auf diesen Webseiten, es vereinfacht die doppelte Tabelle, und auch die Angaben der Fa. AGROBS sind vermutlich in Prozenten vom Frischgewicht). Steht der Wassergehalt dabei, kann man sie sich selbst umrechnen:

Steht kein Bezug bei den Analysewerten, kann man sich für die Futterpflanzen unserer Schildkröten mit folgender Faustregel helfen:

2. Schadstoffe, DŁnger

 

2.1. Ich habe eine Pflanze neugekauft. Darf ich die ins Schildkrötengehege stellen?

Eine Karenzzeit von einigen Wochen sollte eingehalten werden. Schildkröten reagieren sehr empfindlich auf Insektizide. Deswegen sollte man frischgekaufte Pflanzen, z.B. Hibiskusblüten, auch nicht gleich an die Tiere verfüttern, da sie in den Betrieben häufig mit Giften behandelt werden. Selbstverständlich darf der Schildkrötenhalter selbst auch keine Insektizide anwenden, sondern muß das gelegentliche Blattläuslein tolerieren...

 

2.2. Dürfen gedüngte Pflanzen verfüttert werden?

Ohne Nahrung kommt kein Lebenwesen aus und keine Pflanze wächst und gedeiht ohne Dünger, insbesondere nicht ohne Stickstoff (Nitrat). Aber um eine erhöhte Nitratlast zu vermeiden, sollte 2 Wochen vor dem Verfüttern kein chemischer Dünger und 6 Wochen vorher kein organischer Dünger mehr angewendet worden sein (Angaben f. Menschen, Der Bio-Gärtner, s.Linkliste).

Besonders problematisch werden hohe Gaben an stickstoffreichem Dünger bei gleichzeitigem Lichtmangel, wie er in Gewächshäusern und Frühbeeten vorkommt. Dann werden bei einigen Pflanzenarten hohe Mengen an Nitrat als Nährstoffspeicher eingelagert bis die restlichen Bedingungen, vor allem das Lichtangebot wieder so sind, daß der Nährstoff zum weiteren Pflanzenwachstum gebraucht wird. Nitrat wird tags und nachts in gleichem Maße über die Wurzeln aufgenommen, kann aber nur bei Lichteinfall von der Pflanze zur Eiweißsynthese verwertet werden. Deshalb ist bei allen Pflanzen der Nitratgehalt morgens und an Schlechtwettertagen höher als bei längerem Sonnenschein. Gemüse für den Menschen und Futterpflanzen für die Tiere sollten deshalb erst nachmittags geerntet werden.

Nitrat selbst ist verhältnismäßig unproblematisch, wird aber unter gewissen Bedingungen (Wärme, Sauerstoffausschluß) in der Nahrung, aber auch im Körper von Mensch und Tier von Bakterien in das giftige Nitrit oder gar in krebserregende Nitrosamine umgewandelt.

3. Einzelhaltung, Gruppenhaltung oder zeitweise nach Geschlechtern getrennt?

3. 1. "Muß man geschlechtsreife Tiere nach Geschlechtern trennen?"

Eine Frage, die nach Ansicht dieser Internetseitennicht generell beantwortet werden kann, sondern von den jeweiligen Bedingungen und der vorhandenen Gruppenzusammensetzung abhängt. In der Natur gibt es selbstverständlich keine Geschlechtertrennung, aber von der Natur sind wir nun mal weit entfernt. Jeder kann deshalb nur für seine Tiere und seine Gegebenheiten entscheiden, ob man sie dauernd zusammenhalten kann oder ob die Weibchen dadurch zu sehr gestreßt werden. Hat man das Glück eine Gruppe mit mehreren Weibchen pro Männchen in einem sehr großen Gehege zu pflegen, mag es gut gehen. Nur sind Weibchen bei dieser Art noch viel schwerer zu bekommen als bei Testudo hermanni. Darüberhinaus verbringen marokkanische Tiere mehr Zeit in relativ kleinen Terrarien als andere Landschildkrötenarten. Die Gegehegegröße oder Strukturierung hilft aber auch nur bedingt, denn die Geschlechter treffen sich nicht nur zufällig, sondern die Männchen gehen ganz gezielt auf die Suche nach den Weibchen. Vermutlich hilft ihnen dabei ihr Geruchssinn. Auch bei für Gefangeschaftshaltung großzügigem Platzangebot von ca 800m² hat mein Graeca-Männchen keine Probleme, das Weibchen aufzuspüren. Man kann genau erkennen, wann er etwas im Schilde führt. Meist ist das am späten Nachmittag, wenn er noch aktiv ist, sie sich aber eigentlich bereits zurückgezogen hat. Dann fängt er fängt plötzlich an, regelrecht durchs Gelände zu rennen und gibt nicht Ruhe, bis er sie endlich gefunden hat. Das Weibchen wiederum meidet ganz offensichtlich über weite Teile des Jahres die Gegenwart des Männchens. Die Schutzhütte im neuen Freilandterrarium wurde solange regelmäßig freiwillig für die Nacht aufgesucht, bis es das deutlich kleinere Männchen ebenfalls geschafft hat, durch den schweren Lamellenvorgang ins Innere zu gelangen....

Nach meiner Ansicht sind Männchen in gemischter Gruppenhaltung "zufriedener", Weibchen dagegen in Einzelhaltung oder in einer reinen Weibchen-Gruppe, eine klassische Zwickmühle, für die jeder Halter seine eigenen Kompromisse finden muß.

 

3.2. "Und wie ist es mit Jungtieren"?

Bei Tieren, bei denen man das Geschlecht nicht beim Schlupf erkennen kann, und bei denen noch dazu das Zusammenhalten der Geschlechter problematisch ist, sollte der verantwortungsvolle Züchter Jungtiere erst dann abgeben, wenn das Geschlecht bereits zu erkennen ist. Auf diese Art werden etliche Probleme gleichzeitig gelöst.



3.3. "Ich will aber unbedingt Schildkrötenbabies! Nehme ich gleich zwei von einem Züchter?"

Nein, bitte nicht! Der Wunsch, einmal eigene Eier auszubrüten, kommt bestimmt! Auch wenn man selbst wirklich nicht züchtet, aber die Tiere einmal abgeben muß, besteht die Gefahr, daß der nächste Halter unwissentlich Inzucht erzeugt. Denn der Samen aus einem Akt kann die Weibchen über mehrere Jahre befruchten. Außerdem ist wegen des Einflusses der Bruttemperatur auf die Geschlechtsbildung die Wahrscheinlichkeit größer, von einem Züchter zwei gleichgeschlechtliche Tiere zu bekommen, was im Falle von zwei Männchen problematisch sein kann.

Inzucht: In Gefangenschaft gehaltene Tiere verarmen ohnehin genetisch, weil sie vom großen Genpool ihrer Art abgeschnitten sind. Die natürliche Auslese fällt ebenfalls weg. Es bringen also auch schwache Tiere ihre Gene ein. Kommt jetzt noch vom Menschen erzwungene Inzucht dazu, dann haben wir einen Meilen-Schritt auf dem Weg zur Haustierwerdung mit all ihren Problemen (z.B. Verhaltensauffälligkeiten, Krankheitshäufung, Instinktverarmung) zurückgelegt. Instinktverarmung kann insbesondere bezogen auf die Nahrungsaufnahme problematisch werden, wenn z.B. giftige Wildkräuter gefressen werden, die in jedem größeren Freigehege zu finden sind.

Nicht verwandte Tiere von einem Züchter: Hält der Züchter seine Tiere in Gruppen, kann er vielleicht angeben, von welchem Weibchen die Eier stammen, aber nicht welches Männchen der Vater ist. Eventuell hat er sogar eigene, bereits erwachsene Nachzucht in der Gruppe. Auf jeden Fall fragen, ob nicht sogar schon die Elterntiere eng verwandt waren...

Bei seltenen Arten ist es natürlich schwerer, Tiere von verschiedenen Züchtern zu kaufen. Aber gleichzeitig ist es auch noch wesentlich wichtiger, weil der Genpool eben noch kleiner ist. Lieber erst einmal nur ein Tier nehmen und weiter nach einem geeigneten Partner suchen, als der Art unnötig Schaden durch Inzucht zuzufügen.


3.4. Wenn ich Tiere von zwei verschiedenen Züchtern nehme, wie lange muß ich dann Quarantäne einhalten?

Ich persönlich glaube nicht, daß es in einem normalen Haushalt bei normalem Aufwand möglich ist, Tiere über längere Zeit hygienisch getrennt zu halten. Jeder, der nur ein bißchen Ahnung von Krankenhaushygiene hat (Teil meines Studiums), weiß wie schwierig es selbst in der modernen Humanmedizin ist, ein Verschleppen von Keimen zu verhindern. Die überall propagierte "Quarantäne" von Schildkröten ist in meinen Augen nicht viel mehr als eine hilflose Geste in Bezug auf die Herpesproblematik. Selbstverständlich wird ein Halter, der bereits eine größere Gruppe pflegt, ein neu erworbenes Tier nicht gleich in diese Gruppe setzen. Hier besteht wirklich die Gefahr, daß er sich unnötig den gesamten Bestand verseucht. Aber selbst dann ist die Quarantäne sinnlos, wenn sie nicht so strikt durchgeführt wird, als sei das neue Tier definitiv herpes-positiv! Welcher Aufwand für eine Quarantäne nötig ist, die diesen Namen wirklich verdient, sehen wir leider häufiger im Fernsehen an den Beispielen Vogelgrippe, Maul- und Klauenseuche oder Schweinepest...

Zwei neu gekaufte, sorgfältig ausgesuchte Jungtiere der gleichen Art würde ich so lange getrennt halten, bis ich sie dem Tierarzt vorgestellt habe und sicher bin, daß keines der beiden Krankheitssymptome zeigt. Stellt sich später eines von beiden doch als Herpesträger heraus, hätte ich die Ansteckung mit ziemlicher Sicherheit auch nicht verhindern können, wenn ich beide ein halbes Jahr in einer Pseudo-Quarantäne getrennt gehalten hätte, dabei aber fleißig Erreger von einem Gehege ins andere befördert hätte....

4. Frühbeet/Gewächshaus, und wenn ja, welches?

Überraschenderweise beschäftigen sich die wenigsten Schildkrötenhalter mit ihrem eigenen lokalen Klima, insbesondere den tatsächlichen Verhältnissen in ihren Gehegen. Da gibt es gravierende Unterschiede in Deutschland. Selbst innerhalb eines Gartens existieren relevante Temperatur- und Lichtverhältnisse. Deswegen ist die Frage, welches Frühbeet das beste bzw. welches unbedingt notwendig ist, nicht generell zu beantworten. Eine Recherche im eigenen Garten mit Thermometer, Augen und Uhr bezüglich Temperatur und Sonnenverhältnissen ist also als erstes angesagt...

4.1. Ist ein Frühbeet absolut notwendig?

Auch wenn es ältere europäische Landschildkröten gibt, die Jahrzehnte ohne Frühbeete in deutschen Gärten, vor allem in den Weinbauregionen Süddeutschlands, überlebt haben, empfehle ich heute Landschildkrötenhaltern eine solche Aufwärmmöglichkeit generell. Für die hier beschriebenen Unterarten der Maurischen Landschildkröte halte ich sie für zwingend notwendig.

4.2. Muß es beheizt sein?

In vielen Regionen Deutschlands wird man die Tiere nur dann ganzjährig im Freiland halten können, wenn sowohl eine Zusatzsonne (Glühlampenspot reicht) für tags als auch eine Luftheizung (Heizmatte,- kabel, notfalls IR-Strahler, z.B. Elstein) in der Nacht vorhanden sind. Ist kein Strom verfügbar, gibt es derzeit allerdings keine sinnvolle Möglichkeit zur Beheizung. Propangasheizgeräte lehne ich bei Tierhaltung im Frübeet wegen des Sauerstoffverbrauches und des möglichen Schadstoffausstoßes ab. Ich selbst habe sowohl Tag- als auch Nachtheizung. Sie ist aber aufgrund meines günstigen Klimas nur sehr selten wirklich in Betrieb, über die Sommermonate gar nicht.

4.3. Welche Ausführung?

Die viel diskutierte Frage nach der Wandstärke und Wärmedämmung spielt in der Praxis nur eine untergeordnete Rolle. Sie ist bei allen verwendeten Materialien eigentlich sehr schlecht, so daß die Innentemperatur der Außentemperatur nur mit geringer Verzögerung folgt, sobald das Frühbeet/Gewächshaus nicht mehr von der Sonne beschienen wird. Auch die in dieser Hinsich beste Frühbeetverglasung (16 mm Macrolon) läßt die Wärme mehr als zweimal so schnell passieren wie moderne Fensterscheiben, und schon die gelten allgemein als Schwachstellen im Wohnhausbereich! In kälteren Nächten eine Styroporhaube oder eine einfache Decke über dem Frühbeet schlägt jede der üblichen Verglasungsarten. Eine etwas bessere Wärmedämmung der Frühbeetverglasung ist also ein reines Verkaufsargument und ohne größere Bedeutung für den Schildkrötenhalter.

Wichtiger ist eine stabile, dichte und damit zugfreie Ausführung des Rahmens. Sonst bläst jeder Lufthauch die warme Luft aus dem Frühbeet. Sie ist meist nur mit stärkeren und damit teuren Aluminiumrahmen erreichbar. Wer sich vom Taschengeld aber wirklich nur eine Billigausführung, z.B. aus dem Baumarkt leisten kann, dem sei gesagt, das billigste Frühbeet, sogar ein Folienfrühbeet, ist immer noch besser als gar keines! Der Unterschied zwischen Freiland und Billigfrühbeet ist mit weitem Abstand größer als der verhältnismäßig kleine Unterschied zwischen Billigausführung und Nobelklasse...

4.3. Welche Verglasung?

Vorneweg, der Ausdruck Verglasung wird generell verwendet, auch bei Kunststoffen wie Plexiglas Alltop. Zur Auswahl für die Verglasung von Fertigfrühbeeten steht Folie, einfaches Glas, Nörpelglas und Stegdoppelplatten verschiedner Wandstärken und Materialien zur Verfügung, z.B.Makrolon, außerdem gibt es Sonderanfertigungen der herkömmlichen Frühbeete mit UV-B durchlässigem Plexiglas Alltop. Ob man UV-B durchlässiges Material wirklich braucht, hängt vom lokalen Klima und von der beabsichtigten Verwendung ab, für Jungtiere oder Adulti. In kalten Regionen Deutschlands, in denen sich die Tiere notgedrungen viel häufiger im Frühbeet aufhalten, kann es sinnvoll sein. Hält man Jungtiere ausschließlich im Frühbeet, was ich allerdings als falsch empfinde, dann ist das UV-B durchlässige Plexiglas Alltop wirklich zwingend notwendig. Ansonsten halte ich es allenfalls für wünschenswert. Selbst beim weitgehend UV-dicht verhüllten Menschen sind für die Vitamin D Synthese nur kurze Bestrahlzeiten notwendig. 10-15 Minuten täglich auf den relativ kleinen unbedeckten Körperregionen von Gesicht und Händen sind ausreichend. Einige Monate des Jahres kommt ohnehin in unseren Breiten so gut wie keine UV-B Strahlung auf der Erdoberfläche an.

Die viel zitierte hohe Lichtdurchlässigkeit von Alltop fällt unter praktischen Bedingungen ebenfalls magerer aus. Die Stege werfen bei wandernder Sonne so viel Schatten, daß es im Inneren überraschend dunkel wirkt. Auch deswegen ist die ausschließliche Haltung im Frühbeet abzulehnen. Andere Stegdopplatten als Alltop haben aber grundsätzlich noch engere Stegabstände, deshalb könnte die (praktische) Lichtdurchlässigkeit bei Polycarbonatplatten noch um einiges schlechter sein. Für Tiere, die Zugang zu einem Freigehege haben, ist das aber sicher kein Problem



Schattenwurf der Stege in Plexiglas Alltop,
die Tiere leben im wahrsten Sinne des Wortes konstant im Halbschatten

 

Für einen Menschen (mich...) ist der Aufenthalt in einem Alltop Gewächshaus wegen der stark verzerrenden Teil-Durchsicht durch die Scheiben und der streifenförmigen Schlagschatten der Stege eher unangenehm. Bei Schildkröten halte ich das aber für kein Problem.

Wirklich ungeeignet für die Schildkrötenhaltung sind dagegen blau getönte Makrolonscheiben, wie sie teilweise für die Pflanzenanzucht verwendet werden. Hier sind sie sinnvoll, weil damit ein gewünscht gedrungenes Pflanzenwachstum erreicht werden kann. Die blaue Einfärbung bedeutet aber zwangsläufig eine niedrigere Lichtdurchlässigkeit und natürlich auch eine unnatürliche Lichtfarbe im Inneren.

Fazit:

Notwendig: möglichst großes Frühbeet mit automatischem Fensterheber und Zugang zu einem Freigehege. Bei Einfachausstattung ohne Strom muß ein Terrarium für die Übergangszeit zur Verfügung stehen. Bei ausschließlicher Haltung im Frühbeet ohne Zugang zu einem Freigehege ist Alltopverglasung notwendig.

Wünschenswert: Stabiles Aluminiumrahmengestell, 10-16mm Stegdoppelplatten oder Isolierglasscheiben, stabile, schließbare Schildiklappe im Unterbau, Stromanschluß, Hilfssonne mittels Spotlampe und geregelte nächtliche Luftheizung durch Heizkabel/Heizmatten, notfalls Infrarot-Dunkelstrahler, Thermotimer, Schaltuhr.

Nicht zu empfehlen : getönte Frübeetscheiben

 

4.5 Frühbeet oder Gewächshaus?

Keine Frage, ein gutes Gewächshaus ist mit weitem Abstand besser als das beste Frühbeet. Die Tiere haben mehr Platz. Man kann sie leichter versorgen und, last but certainly not least, man kann sich wesentlich angenehmer an ihrem Anblick erfreuen. Allerdings sind die typischen Angebote aus den Baumärkten ähnlich klapperig wie die dortigen Frühbeete. Ob ein klappriges und daher zugiges Gewächshaus besser ist als ein gutes Frühbeet, kann man sicher nicht generell entscheiden. Das hängt von der Anzahl der Tiere und dem örtlichen Klima ab.




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